OceanCare Cybernews

Ausgabe 15, August 2007

 

 Wasser
 



Harpune_EIA













Ende des kommerziellen Walfangs in Island! Danke für Ihre Unterstützung.

Am vergangenen Wochenende hat die Regierung in Reykjavik überraschend angekündigt, den kommerziellen Walfang einzustellen. Als Grund gab das Fischereiministerium den fehlenden Markt für Walprodukte an.

Von je sieben getöteten Zwerg- und Finnwalen lagern derzeit noch rund 100 Tonnen Fleisch in den Kühlhäusern der Inselrepublik. Hoffnungen auf einen Export nach Japan zerschlugen sich, denn auch dort stagniert der Absatz von Walfleisch und die Kühlhäuser sind voll.    

Zusammengebrochen ist die Nachfrage nach Walfleisch, als bekannt wurde, dass es aufgrund der Schadstoffbelastung ungeniessbar ist. Bereits in den Jahren 1997 bis 2000 wiesen OceanCare und die englische WDCS anhand von Walfleischproben nach, dass die Grenzwerte für PCB, DDT, Schwermetalle, Dioxine und Furane weit überschritten werden. Aufgrund dieser Ergebnisse nahm die Internationale Walfangkommission (IWC) das Gesundheitsrisiko durch Walfleischkonsum ernst und begann mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu kooperieren.   

Auch der ökonomische Schaden, den die ohnehin defizitäre Waljagd verursachte, beeinflusste den  Entscheid der isländischen Regierung. Der Ruf Islands als Feriendestination litt unter dem Walfang. Als im vergangenen Jahr der kommerzielle Walfang wieder aufgenommen wurde, reduzierten sich die Buchungen schlagartig um 25 Prozent. 

Auf Initiative von OceanCare und WDCS forderten im vergangenen Juni 25 Reiseveranstalter aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und England in einer gemeinsamen Erklärung an den isländischen Premierminister den Stopp aller Walfangaktivitäten. Damit unterstützten sie den Verband isländischer Reiseveranstalter, der im März 2007 vor der Gefährdung einer wichtigen Einnahmequelle für die Insel warnte und die Regierung aufforderte, den Walfang einzustellen.

Walfang oder Walbeobachtung! Island musste sich entscheiden, denn auf Walbeobachtungs-Touren konnte es vorkommen, dass die Tiere vor den Augen der Touristen abgeschlachtet werden. Mit einer gemeinsamen Aktion forderten Globalance, OceanCare und WDCS im Mai 2007 die isländische Regierung zum Handeln auf: Per Fahrrad und mit einem Sarg im Schlepptau umrundeten Globalance-Gründer Bernhard Bechter und sein Team die Inselrepublik. Die Botschaft: Will Island die Walbeobachtung wirklich zu Grabe tragen? Entlang des Weges diskutierte das Tour-Team mit Isländern und Touristen und verteilten Karten zur Aktionsseite. Über die Tour berichteten Medien in Island, Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Protestbekundungen erreichten die isländische Regierung auch von Privatpersonen aus der Schweiz und aus Deutschland, wo OceanCare und WDCS 8000 Protestkarten an die Adresse des isländischen Tourismusministers verteilten.

Kamera statt Harpune!
Diese Einstellung scheint in Island Fuss zu fassen.

OceanCare dankt allen, die die Aktionen gegen den Walfang unterstützt haben.
 


 

Fordern Sie Japans Premierminister auf, dem Beispiel Islands zu folgen!

Trotz internationaler Kritik macht Japan weiter Jagd auf die Meeresriesen auch auf bedrohte Arten wie Buckel- oder Finnwale. Doch auch die japanischen Waljäger wissen nicht mehr, wohin mit ihrer Beute. Um das kontaminierte Fleisch doch noch abzusetzen, subventioniert die japanische Regierung den Absatz von „Walburgern“ an Schulen und Altersheimen. In den Gestellen japanischer Supermärkte findet man das Fleisch sogar zu Düngemittel und Hundefutter verarbeitet.

Seit OceanCare und WDCS im Jahr 2001 in Japan eine Informationskampagne zu den Risiken des Walfleischkonsums unterstützten, ist die Nachfrage rückläufig. 2006 konnten OceanCare und EIA (Environmental Investigation Agency) erneut nachweisen, dass die Grenzwerte u.a. für Quecksilber im Fleisch von Walen und Delphinen deutlich überschritten sind. In der Folge nahm eine Supermarktkette mit 3000 Filialen das Walfleisch aus den Regalen. Die Resultate der Studie werden der japanischen „Food and Safety Commission“ unterbreitet.

Japan gefährdet mit dem Walfang nicht nur den Fortbestand der Wale, sondern auch die Gesundheit seiner Bevölkerung. Es ist Zeit für eine Umkehr! Fordern auch Sie den japanischen Premierminister auf, sich für den Schutz der Wale einzusetzen und das internationale Walfangverbot zu respektieren:

Protestkarten erhalten Sie kostenlos unter info@oceancare.org oder Telefon +41 (0)44 780 66 88. Danke, dass Sie die Karten auch an Ihre Familie, Nachbarn, Freunde und Bekannten weitergeben!



Illegale Delphintötungen im Norden Brasiliens

Am 23. August wurden dem brasilianischen Umweltamt Filmaufnahmen aus dem Norden des Landes zugespielt. Diese zeigen ein Fischerboot, das mit 80 toten Delphinen beladen ist. Gemäss den Fischern seien die Tiere in grossen Netzen ertrunken. Noch auf dem Meer wurde das Fleisch der Delphine an andere Fischer verkauft, die es als Haifisch-Köder verwenden. Augen und Zähne der Delphine werden auf Märkten als Glücksbringer verkauft.

Lassen Sie den brasilianischen Botschafter wissen, dass die Angelegenheit auch in der Schweiz Aufsehen erregt! Ihr persönliches Schreiben können Sie richten an:
 
Ambassade du Brésil
M. Eduardo dos Santos, Ambassadeur
Monbijoustrasse 68
3007 Bern
info@brasbern.ch
 
Herzlichen Dank!





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