Sommerferien im UNO-Jahr des Delphins
Ferienzeit! Millionen zieht es ans Meer, den Lebensraum der Delphine. Die Meeressäuger leben in vielen Feriengewässern, auch im Mittelmeer. Das Leben der Delphine hängt davon ab, wie der Mensch mit seinem Lebensraum umgeht.
Noch ist ein Nebeneinander von Mensch und Delphin in touristischen Gebieten möglich. Doch Überfischung, Verschmutzung, Lärm und Fangaktionen bedrohen die Meeressäuger. Zum Schutz der Delphine und ihres Lebensraums kann jeder von uns beitragen. Nachfolgend einige Tipps von OceanCare:
Hungernde Delphine
Weltweit sind drei Viertel der kommerziell ausgebeuteten Fischbestände übernutzt. Im Mittelmeer holt ein einziges industrielles Fangschiff jeden Tag so viel Fisch aus dem Meer, wie 350 Delphine fressen würden. Ganze Flotten solcher Fischereischiffe durchkämmen täglich unser Ferienmeer nach der schwindenden Beute. Derweil findet etwa der Gewöhnliche Delphin immer weniger Nahrung. Im Mittelmeer kann er kaum noch überleben.
Schränken Sie deshalb Ihren Meeresfischkonsum so weit als möglich ein und verzichten Sie auf den Verzehr von Fischen, die als gefährdet gelten. Dazu gehören u.a. viele Thunfischarten. Welche Fische sie ohne Bedenken essen können, erfahren Sie beim Schweizer Verein Fair-Fish. Bevorzugen Sie in den Ferien grundsätzlich Fisch aus lokaler Kleinfischerei.
Gefrorenes Lächeln
Delphinarien schiessen an Feriendestinationen wie Pilze aus dem Boden. Viele Besucher, die die Shows bestaunen und zu den Tieren ins Wasser steigen, schauen leider nicht hinter das vermeintliche Lächeln von «Flipper». Dahinter zeichnet sich ein grosses Leiden ab, denn Delphine können in Gefangenschaft unmöglich artgerecht gehalten werden. Und was zu bedenken ist: Die meisten Show-Delphine haben einst als freie Tiere in ihrem Familienverband im Meer gelebt. In äusserst brutalen Fangaktionen werden jährlich hunderte wilde Delphine aus ihren sozialen Verbänden herausgerissen und an die Delphinarienindustrie verkauft. Wildfänge, wie sie beispielsweise in Japan betrieben werden, kosten jedes Jahr tausenden von Delphinen das Leben und gefährden oft ganze lokale Populationen.
Wer Delphine wirklich mag, wird diese Industrie nicht unterstützen. Machen Sie lieber einen Ausflug aufs Meer mit einem professionellen Whale/Dolphin Watching-Anbieter. Wird die Tour rücksichtsvoll durchgeführt, erleben Sie unvergessliche Momente mit den anmutigen Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum, ohne sie zu gefährden.
Mehr vom Meer
Einige Delphinarten haben sich auf ein Leben in Küstennähe spezialisiert. Doch die Nähe zum Land macht sie für die Folgen menschlicher Aktivitäten besonders anfällig. Dazu gehören nebst der Fischerei auch zugebaute Küsten, Wasserverschmutzung, intensiver Schiffsverkehr oder Unterwasserlärm, der die Kommunikation der Tiere empfindlich stört.
Fahren Sie deshalb nicht mit Schnellbooten und Wasserscootern. Wählen Sie stattdessen Segel- oder Ruderschiffe. So sind Sie näher am Wasser dran und werden auch mehr vom Meer erleben.
Broschüre zum Thema Thunfischkonsum (zu bestellen bei OceanCare)
Delphine suchen Paten!
Im Mittelmeer steht das Überleben des Gewöhnlichen Delphins auf Messers Schneide. Gemeinsam mit Partnerorganisationen setzt sich OceanCare für die Bildung von Schutzgebieten sowie die Sensibilisierung des lokalen Fischerei-Gewerbes und der Küstenbevölkerung ein.
Wollen Sie im Schutz der Mittelmeer-Delphine mithelfen? Für 100 Franken pro Jahr erhalten Sie bei OceanCare eine Patenschaft, mit der Sie gezielt in das Schutzprojekt für den Gewöhnlichen Delphin investieren. Vielleicht auch ein Geschenkidee?
Kein neues Delphinarium in Deutschland!
Wale und Delfine können aufgrund ihres Verhaltensrepertoires und ihrer Bewegungsgewohnheiten in Gefangenschaft nicht tier- oder artgerecht gehalten werden. Pro Wildlife fordert gemeinsam mit weiteren Tier- und Artenschutzorganisationen eine Untersagung der Betriebsgenehmigung für ein geplantes Delphinarium auf Rügen sowie eine Untersagung der Einfuhrgenehmigung lebender Delphine zur kommerziellen Nutzung auf der Ostseeinsel.
Petition gegen den Fang von Delphinen in Panama
Panama lässt es zu, dass in seinen Gewässern wilde Delphine für den Verkauf an Delphinarien gefangen werden. Diese Wildfänge sind äusserst brutal und kosten vielen Delphinen das Leben. Eine Petition fordert US-Aussenministerin Condoleeza Rice auf, sich dafür einzusetzen, dass Panama seine Position überdenkt und die Delphinfänge gesetzlich verbietet.
„Unsere Freunde die Delphine“ – Mal- und Geschichtenheft für Kinder
Das Mal- und Geschichtenheft „Unsere Freunde die Delphine“ wurde geschrieben und illustriert von Dr. Giovanni Bearzi, einem engagierten Kämpfer für den Schutz des Lebensraums Meer. Es bietet Kindern die Möglichkeit, auf spielerische Weise viel Wissenswertes über die Delphine und ihre Lebensweise zu lernen und zeigt auf, was Kinder zum Schutz der wunderbaren Tiere und der Meere beitragen können.
Neu können Sie das Heft in Deutsch, Englisch, Griechisch und Italienisch kostenlos aus dem Internet herunterladen. Eine gedruckte Version in Deutsch kann zu einem Unkostenbeitrag von fünf Franken bei OceanCare bestellt werden.
GEO „Der geplünderte Ozean“
Die Juni-Ausgabe von GEO hat den Themenschwerpunkt Überfischung der Weltmeere. GEO geht der Frage nach, warum Gegenmassnahmen so schwer durchzusetzen sind und was Konsumenten unternehmen können. Hierzu hat GEO in drei Erdteile Teams entsandt: auf einen Trawler vor der mauretanischen Küste, zu den Sardinenfischern Venezuelas und auf Piratenjagd an Bord eines Patrouillenboots der norwegischen Küstenwache.
GEO kompakt Nr. 10 „Lebensraum Meer“
In den Ozeanen, den grössten Lebensräumen unseres Planeten, leben die mächtigsten Tiere der Erde: 33 Meter lange, 160 Tonnen schwere Blauwale, mehr als 20 Meter lange Tiefsee-Tintenfische oder 40 Meter lange Staatsquallen. Auch viele seltsame Wesen sind im Meer zu Hause: leuchtende Seegurken; Fische, die fast nur aus Maul bestehen; sesshafte Tiere ohne Kopf und Beine, die das Futter in ihre Fangtentakel treiben lassen. GEOkompakt lädt ein zu einer Reise durch ein faszinierendes Universum.
Seit 1989 setzt sich OceanCare für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie dem Engagement im Bereich der Gesetzgebung verschafft sich die Schweizer Organisation weit über die Landesgrenzen hinaus Gehör und setzt Verbesserungen durch.
Mit der Cybernews informieren wir Sie über Aktualitäten im Schutz der Meeressäuger. Ihre Adresse wird strikt vertraulich behandelt und garantiert nicht an Dritte weitergegeben. Selbstverständlich können sie die Cybernews jederzeit abbestellen.