OceanCare Cybernews

Ausgabe 9, Mai 2007

 

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Isländische Wal-Fahrt mit Sarg

Bernhard_Bechter_Tourbeginn_HusavikMit einer besonderen Art von Pilgerreise rücken die Organisationen OceanCare, GLOBALANCE und WDCS im Vorfeld der internationalen Walfangkonferenz die Bedrohung der Wale ins Rampenlicht. Heute startet GLOBALANCE-Gründer Bernhard Bechter in Island eine dreiwöchige Fahrrad-Tour. Er umrundet die Insel auf der 1400 Kilometer langen Küstenstrasse – im Schlepptau ein Sarg. Die Botschaft: Kamera statt Harpune! Denn hält der Inselstaat am Walfang fest, kann er das Whale Watching als wichtige Einnahmequelle bald zu Grabe tragen.

Mit der Umrundung der isländischen Inselrepublik warnen die Initianten der Tour auf symbolträchtige Weise davor, Islands Tourismus-Motor Whale Watching durch den Walfang zu gefährden. Bechter wird mit seinem Team Einheimischen wie Touristen, Walschützern wie Walfang-Befürwortern begegnen. Wie die Aktion aufgenommen wird und was das Team erlebt, kann unter www.whalewatchingfuture.info mitverfolgt werden.

Flankiert wird die friedliche Aktion von Protestkarten an die Adresse des isländischen Tourismusministeriums. Diese machen deutlich, dass Reisende aus der Schweiz, Deutschland und Österreich die Bedenken bezüglich des Walfangs teilen. Bestellt werden können die Karten bei OceanCare.

Mit der Aktion werden Bestrebungen innerhalb der Inselrepublik unterstützt. Im März 2007 warnte der isländische Verband der Reiseveranstalter die Behörden vor einem drohenden Imageverlust. Er forderte die isländische Regierung auf, alle Walfang-Aktivitäten einzustellen und die friedliche Nutzung der Wale zu fördern.

Animation_Island-AktionEine deutliche Sprache sprechen diesbezüglich auch die Zahlen: Während das immer beliebter werdende Whale Watching 2006 rund 23 Millionen Dollar in die Kassen isländischer Tourveranstalter, Gastronomen und Hoteliers spülte, kostete der Walfang die isländischen Steuerzahler gut 3 Millionen Dollar.

Ende Mai findet in Anchorage/USA die internationale Walfangkonferenz statt. Islands Regierung ist aufgefordert, ihre Haltung in Sachen Walfang zu überdenken.

Trotz eines internationalen Walfangverbots tötet Island seit 2003 wieder Wale. Erst unter dem Deckmantel des „wissenschaftlichen Walfangs“ und seit vergangenem Jahr auch wieder zu kommerziellen Zwecken. Doch der Handel mit Walfleisch stagniert. 2005 wurden nur rund 5 bis 15 Tonnen Walfleisch verzehrt. Auch 2006 war das Fleisch ein Ladenhüter. Anfangs 2007 berichtete die isländische Presse, dass 179 Tonnen Walfleisch als „Schlachtabfälle“ auf Deponien endeten.

Nur lebend sind die Wale für Island ökonomisch wertvoll. Rücksichtsvoll betriebenes Whale Watching schont die Wale und bedeutet für den Inselstaat eine lukrative Einnahmequelle. Island erwartet – vorausgesetzt die Touristen bleiben wegen des Walfangs nicht aus – bis 2008 an die 100.000 Whale Watcher.

Ásbjoern Bjoergvinsson und Bernhard BechterDie Wal-Fahrt von Bernhard Bechter endet am 31. Mai 2007 an ihrem Ausgangspunkt: in Húsavík, dem Herzen der Walbeobachtung auf Island. Der Sarg wird dort dem örtlichen Walmuseum übergeben. Dessen Leiter, Ásbjörn Björgvinsson, begrüsst die Aktion in seinem Heimatland: „Es ist immens wichtig, den wirtschaftlichen Beitrag, den die Begegnung zwischen Menschen und den majestätischen Meeressäugern für die isländische Ökonomie leistet, zu betonen. Walschutz ist auch ein wirtschaftliches Erfolgskonzept!"

OceanCare und WDCS arbeiten seit Jahren eng zusammen und schätzen Bernhard Bechter als überzeugten und aktiven Vertreter der gemeinsamen Ziele im Walschutz. Bechter ist bereits seit 1995 auf spektakulären Reisen in der Welt unterwegs, um auf die Gefahren für Wale aufmerksam zu machen. So segelte er in den vergangenen Jahren mehrmals mit seinem Gleitschirm über Norwegen oder paddelte 1999 zur IWC in Grenada. Letztes Jahr radelte er von Österreich nach Berlin und unterstützte erfolgreich die Kampagne gegen den Lärm in den Ozeanen.




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