Ausgabe 15, September 2006

Am Welttiertag wird die Kampagne gegen die japanische Delphin-Treibjagd in Bern mit einer eindrücklichen Performance „eingetrommelt“. Denn Japan pflegt nicht nur grausame und blutrünstige Traditionen: Zwei Schweizer Musiker der Gruppe „blue flower“ erinnern mit ihrer asiatischen Trommelkunst daran, dass das Land ein reiches musikalisches Erbe hat, das auch von einer würdigen Tradition zeugt. Die Delphine tauchen auf dem Berner Kornhausplatz in einer dynamischen Sprayaktion der Graffitti-Künstler von Atelier Artmos 4 auf.
Parallel zu diesem Anlass macht eine Flut von Protestkarten den japanischen Botschafter in Bern auf den dunklen Schatten aufmerksam, den der respektlose Umgang mit den Delphinen auf sein Land wirft.
Aus der japanischen Delphin-Treibjagd stammen viele „Showstars“ internationaler Delphinarien. Mit der Broschüre „Delphinarien – Schattenseiten eines Booms“ informiert OceanCare die Öffentlichkeit über die prekären Hintergründe der Gefangenhaltung von Delphinen. Bestellen Sie Protestkarten & Infobroschüre unter: info@oceancare.org oder Tel. +41 (0)44 780 66 88.
Die erste Hürde auf dem Weg zu einem europäischen Handelsverbot für Robbenprodukte ist genommen. Am 6. September 2006 forderte die Mehrheit der EU Parlamentarier eine Verordnung für den Import, Export und Verkauf von Produkten der Sattelrobben und Klappmützen, jener Robbenarten, die in den kanadischen Küstengewässern massenhaft getötet werden. Vom Verbot sollen die Inuit ausgenommen sein, die sich nicht an der kommerziellen Jagd beteiligen. Ein Handelsverbot für Robbenprodukte in Europa, wie es 1983 schon einmal in Kraft trat und damals die kanadische Robbenjagd vorübergehend zum Erliegen brachte, rückt in greifbare Nähe und könnte die kommerzielle Jagd erneut empfindlich treffen. Federführend bei dieser Initiative war die Fondation Franz Weber. OceanCare hat sie dabei unterstützt.
Per Ende Jahr soll an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern die Abteilung Tierhaltung und Tierschutz geschlossen werden. Damit ginge die einzige Tierschutzprofessur der Schweiz verloren. Die Abteilung unter Professor Andreas Steiger hat in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagenarbeit geleistet, welche als wertvolle Basis für wesentliche Veränderungen in der Tierschutzgesetzgebung diente. Tierschutzverbände der Schweiz setzen sich für eine Weiterführung der Abteilung Tierhaltung und Tierschutz ein.
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