OceanCare Cybernews

Ausgabe 10, Juni 2006

 

Entgleister Walfang – hilflose Walfangkommission

OceanCare und Pro Wildlife fordern:
IWC braucht dringend Sanktionsmöglichkeiten


Heute Freitag, 16. Juni 2006, beginnt auf der Karibikinsel St. Kitts & Nevis die 58. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC). Vor Ort setzt sich
OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber für den Schutz der Wale ein.

Buckelwale-NOAA

Dies ist wichtiger denn je. Denn obwohl der kommerzielle Walfang seit 1986 weltweit verboten ist, nutzen Japan, Norwegen und Island bestehende Schlupflöcher des Moratoriums immer dreister und weiten ihre Jagd auf die Meeresriesen systematisch aus.

Die IWC steht dieser Entwicklung machtlos gegenüber.
OceanCare und Pro Wildlife haben nun eine Analyse der Sanktionierungspraxis verschiedener Umwelt- und Fischereiabkommen durchgeführt. Sie hat ergeben, dass die IWC im Vergleich katastrophal abschneidet. Um den Walfang wieder unter Kontrolle zu bekommen, haben die beiden Artenschutzorganisationen der IWC einen Forderungskatalog unterbreitet, nach welchem die Walfangkommission unerlaubten Walfang endlich hart bestrafen soll – durch hohe Geldbussen, Quotenentzug und Handelssanktionen.

Die OceanCare/Pro Wildlife-Studie wird an der IWC-Konferenz Anlass für hitzige Diskussionen bieten. Denn bereits wird auf Betreiben der Walfangländer über ein künftiges Bewirtschaftungsverfahren debattiert, das bald das Walfangverbot ablösen könnte. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem Japan, das seit Jahren das Stimmenverhältnis an der IWC mit systematischem Stimmenkauf beeinflusst. Sollte ein Bewirtschaftungsverfahren an der Konferenz angenommen werden, wird die Überwachung und Kontrollierbarkeit des Walfangs von grundlegender Bedeutung sein.


Pottwal-Neuseeland-Daniel-Hauenstein

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