OceanCare Cybernews

Ausgabe 3, Februar 2006

 

Japanische Delphin-Treibjagd

Ermutigende Signale der Vize-Botschafterin

Im Anschluss an das Protesttrommeln gegen die japanische Delphin-Treibjagd auf dem Berner Bärenplatz trafen Vertreter von OceanCare am 3. Februar 2006 die japanische Vize-Botschafterin Mikie Kiyoi. OceanCare äusserte sich tief besorgt über die anhaltenden Delphinmassaker in Japan.
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Es war eine Überraschung, dass die Delegation von OceanCare – nach drei vergeblichen Terminanfragen im vergangenen Jahr – überhaupt in der japanischen Botschaft empfangen wurde. In einer Atmosphäre des gegenseitigen Respekts fasste OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber gegenüber der Vize-Botschafterin Mikie Kiyoi wesentliche Probleme der blutigen Treibjagd zusammen: Das mit den Delphinmassakern verbundene schreckliche Tierleid. Den Verkauf von stark mit Quecksilber und anderen Schadstoffen belastetem Delphinfleisch an japanische Konsumenten, oft unter der falschen Bezeichnung «Walfleisch».

Gemäss Mikie Kiyoi sei der Konsum an Wal- und Delphinfleisch in Japan vernachlässigbar. Sie kündigte aber an, dass sie der Quecksilberbelastung in Delphinfleisch nachgehen werde. Falls hier Grenzwerte des japanischen Lebensmittelgesetzes verletzt würden, schreite das Gesundheitsministerium zweifellos ein. Zudem habe man in Japan neue Jagdmethoden für Meeressäuger entwickelt, die einen «möglichst raschen und schmerzfreien Tod» ermöglichten.

Sigrid Lüber widersprach. Selbst kleine Meeressäuger wie Delphine lassen sich schon deswegen nicht schmerzlos töten, weil sie wie der Mensch keinen Schmerz hemmenden Schockzu­stand kennen. «Sie erleben die Qualen bis zur letzten Sekunde voll mit.» Zudem sprächen die aktuellen Tötungsmethoden mit Messern und Widerhaken bei der Treibjagd von Delphinen für sich. Die OceanCare-Präsidentin wird Frau Kiyoi mit ihrem Einverständnis eine DVD zustellen, welche die brutalen Tötungsmethoden im japanischen Fischerdorf Taiji eindringlich dokumentiert.

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Die japanische Diplomatin argumentierte weiter, Japans Fischer hätten letztes Jahr die vom Fischereiministerium festgelegte Fangquote von 20'000 Delphinen mit rund 16'000 getöteten Tieren gar nicht erreicht. Sigrid Lüber korrigierte: Gemäss der offiziellen japanischen Fangstatistik haben die Fischer über 17'000 Tiere erlegt. Und spricht ein weiteres Drama an: Delphine, die bei den Treibjagden lebendig für den Handel ausgesondert werden. Die traumatisierten und aus ihrem sozialen Netz gerissenen Tiere enden für teures Geld in Delphinarien. 50 Prozent überleben bereits den Fang nicht. Von den verbleibenden Tieren stirbt wiederum die Hälfte auf dem Transport zum Zielort.

Mikie Kyioi äusserte Verständnis für die Argumentation über Missstände in Delphinarien, wies aber gleichzeitig auf ein trauriges Beispiel in der Schweiz hin: Auch die Wappentiere von Bern, wo die japanische Botschaft ihren Sitz hat, werden im Bärengraben unter unwürdigen Bedingungen gehalten. Man ist sich einig: Das ist nicht in Ordnung und kann dem Image des Touristenlandes Schweiz schaden, ebenso wie die Wal- und Delphinjagd dem Image Japans im Westen schadet. OceanCare betont, dass es sehr willkommen wäre, wenn Japaner sich öffentlich gegen diesen Missstand aussprechen würden.

Eine gewisse Annäherung zwischen der Delegation von OceanCare und der Vize-Botschafterin zeigte sich in dem Punkt, dass wenn die Japaner schon nicht auf die Jagd auf Meeressäuger verzichten wollen, sie vorderhand einmal möglichst tiefe Fangquoten anstreben sollen und die Jagd so «human» als möglich gestalten, auch wenn in diesem Kontext der Begriff «human» reichlich ironisch klingt. Jedenfalls versicherte Mikie Kyioi, sie werde die Anliegen von OceanCare nach Tokyo weiterleiten.

Baendel_Protesttrommeln_Bern_klein Vielleicht bringen die so genannten «Glücks-Bändel», die eine schöne japanische Tradition aufnehmen, tatsächlich Glück? Die Vize-Botschafterin zeigte sich bei der Übergabe einer Auswahl dieser Glücks-Bändel erfreut. Und diese Freude war nicht aufgesetzt.

 

Helfen Sie uns den Protest weiterzuführen!

Mit dem Unterzeichnen der „Globalen Petition“

Der Protest gegen die japanische Delphin-Treibjagd ist weltweit in 30 Ländern in Gang. Die beteiligten Organisationen sammeln gemeinsam Unterschriften gegen das Massaker. Unterzeichnen auch Sie hier die „Globale Petition“!

Mit Protestkarten an die Japanische Botschaft in Bern

Der Widerstand darf auch in der Schweiz nicht abbrechen. Bestellen Sie noch heute Protestkarten mit dem Emblem der Kampagne unter info@oceancare.org. Geben Sie die Karten auch an Freunde, Nachbarn oder Bekannt weiter.
 

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