OceanCare Cybernews

Ausgabe 17, Dezember 2005

 

Fischauslage_Ueberfischung_b 

Das Meer wird leer…

Gedanken zum Weihnachtsfest

Die schlechte Nachricht:  Seit rund zwanzig Jahren nehmen die Fischbestände weltweit in dramatischem Ausmass ab. Die Ozeane sind heute zu 90% überfischt. Weil die grossen Fische bereits stark dezimiert sind, stehen kleinere Fische auf unserem Menüplan, die Nahrungsgrundlage der noch verbleibenden grossen Fische sein sollten.

Die gute Nachricht:  Gemäss dem international anerkannten Fischereibiologen Prof. Daniel Pauly kann der bis anhin verursachte Schaden rückgängig gemacht werden, denn erst wenige Fischarten sind ausgestorben. Die überfischten Bestände können sich innerhalb von rund zehn Jahren erholen, wenn sie solange geschont würden. Doch müssen wirksame Massnahmen gegen die Überfischung der Ozeane sofort ergriffen werden.

Es lohnt sich also, etwas zu unternehmen!

Die wirksamste Lösung:  Ein Verzicht auf Fischkonsum. Und wenn es doch Fisch sein muss, dann selten und nur aus nachhaltiger Fischerei. Zum Beispiel mit dem Label des Marine Stewardship Council (MSC).

Mit einer einfachen und wirkungsvollen Logik setzt sich auch der Schweizer Verein «fair-fish» für einen achtsamen Umgang mit Fischen ein. Wer seltener Fisch isst, kann es sich leisten dafür einen gerechten Preis zu bezahlen. Mit einem Projekt in Senegal zeigt fair-fish, wie Küstenfischer dank fairen Preisen gezielt und schonend fischen können und den Druck auf die Fischbestände reduzieren.

Und wie steht es mit der Fischzucht? Nun, würden Fischarten gezüchtet, die sich weitgehend pflanzlich ernähren, wären artgerechte und umweltschonende Zuchtanlagen durchaus begrüssenswert. Das grosse Geschäft macht die Fischzucht-Industrie aber mit Raubfischarten, welche sich von andern Fischen ernähren. Das Futter muss folglich Fischmehl enthalten, was wiederum zum grössten Teil aus nicht nachhaltigem Fischfang stammt und diesen zusätzlich fördert.

Ein Verzicht auf Fisch schützt auch Wale und Delphine!

Im Mittelmeer wurden bereits bis auf die Rippen abgemagerte Delphine gesichtet. Ihre Nahrungsgrundlage schwindet. Um die spärlichen Fische zu erbeuten müssen sie immer mehr Energie aufwenden. Diese negative Bilanz ist eine ernsthafte Bedrohung für die Meeressäuger.  

Trotzdem ein Fisch zum Fest? Was steht zur Auswahl, wenn der Fisch dennoch auf dem Menü sein soll? «fair-fish» offeriert den Abonnenten der Cybernews bis Ende Dezember kostenlos Richtlinien zu 50 Fischarten, die in den Schweizer Geschäften am häufigsten angeboten werden. Schicken Sie einfach Ihre Adresse an ocean@fair-fish.ch
 

Buckelwal (Fotomontage) © Gerhard Bischof 

 

Liebe Freunde der Meeressäuger

Ein intensives und in mancherlei Hinsicht erfolgreiches Jahr liegt hinter uns. Danke für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung während der vergangenen Monate! Vom 23. Dezember 2005 bis zum 8. Januar 2006 ist unser Büro nur unregelmässig besetzt. Erfrischt und voller Tatendrang sind wir danach wieder für Sie da.

Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir friedvolle und erholsame Feiertage. Möge das kommende Jahr Ihnen viele wertvolle Momente bringen.

Herzlich,

Ihr OceanCare-Team  




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Die Zeit drängt.
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OceanCare engagiert sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane. Die Gefahren, denen die Meeresbewohner ausgesetzt sind, nehmen massiv zu: Jagd, Überfischung, Lärm und Umweltzerstörung bedrohen die Zukunft der Tiere – und auch unsere. Mit Forschungsprojekten, Petitionen, Umweltbildungs- und Informationskampagnen und politischem Engagement verschafft sich OceanCare erfolgreich Gehör. Bei all ihren Aktivitäten strebt die Organisation eine kooperative und lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen.

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