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Der Mittelmeer-Rundkopf-Delphin:
Erforschung eines faszinierenden Unbekannten
Die Datenlage zum Rundkopf-Delphin ist erstaunlich bescheiden. Dabei würden die Tiere ein dankbares Forschungsobjekt abgeben: die Säuger sind weder besonders scheu noch sehr selten und könnten somit verhältnismässig einfach beobachtet werden. Sogar in den wenigen Mittelmeerregionen, wo sich die Tiere regelmässig aufhalten, wurde nur wenig geforscht.
Einerseits bedeutet dieses Unwissen, dass die Tiere unbehelligt bleiben, andererseits schafft es Raum für neue Studien über diese Walart, die bislang als am wenigsten bekannt galt.
Ein wissenschaftlicher Artikel über die Ökologie und den Status des Rundkopf-Delphins im Mittelmeer in der renommierten Fachzeitschrift Mammalian Biology bringt uns dieser vernachlässigten Spezies etwas näher. Das entsprechende Forschungsprojekt wurde von OceanCare und WDCS finanziert und von einer Gruppe von fünf Wissenschaftlern durchgeführt. Darunter sind bekannte Namen wie Giovanni Bearzi, Präsident des Tethys Research Institutes und Randall R. Reeves, Vorsitzender des IUCN Cetacean Specialist Group. Zweck der Publikatikon war es, die Wissenslücken und Forschungsfragen zu identifizieren, um Datenmaterial zu gewinnen, das dem Schutz der Rundkopf-Delphine im Mittelmeer zu Gute kommt.
Bearzi und seine Kollegen haben die vorhandenen Informationen über die Streuung und Ökologie der Rundkopfdelphine im Mittelmeer untersucht und die Faktoren identifiziert, die einen negativen Einfluss auf die Tiere in dieser Region haben. Ihre Studie hat ergeben, dass die Hauptgefahr im Mittelmeer die Treibnetze darstellt. Ausserdem sind die Tiere durch Unterwasserlärm und den Verzehr von Plastikabfällen gefährdet.
Die Wissenschaftler schlagen vor, das Habitat der Rundkopf-Delphine zum Schutzgebiet zu erklären, um den Gefahren mittel- bis langfristig entgegenzuwirken. Bis solche gebiets-spezifische Schutzzonen eingerichtet werden, müssen die Tiere aktiv vor den bekannten Gefahren geschützt werden. Wenn man bedenkt, dass Fischereiaktivitäten mit Treibnetzen in EU Gewässern illegal sind, kommt der strikten Durchsetzung dieses Verbotes und dessen Ausweitung auf Gewässer, die nicht in den Zuständigsbereich der EU fallen, äusserste Dringlichkeit zu.
Hier gelangen Sie zum Artikel von Giovanni Bearzi et al.
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