NEWS

Internationales Walfangverbot bleibt in Kraft

IWC Walfangkompromiss wurde abgelehnt

Nach mehrtägigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen haben die IWC Vertragsstaaten heute den Kompromiss zum Walfang abgelehnt. Dieser hätte die kommerzielle Jagd auf bis zu 1.400 Wale jährlich erlaubt. USA und Japan, welche die Federführung für diesen Kompromiss hatten, erklärten die Verhandlungen am Mittwochmorgen als gescheitert.

Der Walfangkompromiss wurde in den vergangenen zwei Jahren ausgehandelt und hätte seit dem inkraft treten des Walfangmoratoriums 1986 erstmals wieder offizielle Quoten für den kommerziellen Walfang genehmigt. Die Quoten wären an die drei Staaten vergeben worden, die das Walfangverbot seit Jahren ignorieren. Japan, Island und Norwegen nutzen rechtliche Schlupflöcher im Walfangabkommen, um das Walfangmoratorium zu umgehen.

Kritisiert wurde der Kompromiss durch die Walschutzländer vor allem, weil er die Jagd auf bedrohte Walarten wie Sei- oder Finnwale vorsah und Walfang in Schutzgebieten erlaubt hätte. Verbesserungen des Kompromissvorschlags wurden von den Walfangländern zurückgewiesen. Die Verhandlungen drehten sich auch um die Forderung, dass Walfleisch nur lokal konsumiert werden darf, was vor allem Island inakzeptabel fand, weil Island sich Millionengewinne aus den Exporten nach Japan verspricht. Kritisiert wurde auch, dass Japan zwar im Rahmen des Kompromisses Zugeständnisse gemacht hatte, Norwegen und Island jedoch nicht. Viele Delegierte von Vertragsstaaten fanden den Kompromissvorschlag nicht ausgewogen.

Der Kompromissvorschlag ist nicht ganz vom Tisch, denn 2011 sollen die Verhandlungen weitergeführt werden.

OceanCare ist erleichtert, dass der Kompromiss vorerst abgelehnt wurde und wird sich weiterhin für den Erhalt des Internationalen Walfangverbots einsetzen.



zurück