LAUFENDE PROJEKTE
Der Gewöhnliche Delphin im Mittelmeer
Forschungs- und Schutzprojekte: Ischia (Italien) und Kalamos (Griechenland)
Einst war der Gewöhnliche Delphin im Mittelmeer vom Bosperus bis Gibraltar der meist verbreitete Meeressäuger. Doch innerhalb von vierzig Jahren ist die Population zusammengebrochen. Nur einschneidende Massnahmen können diese Art vom Aussterben retten.Verursacht wurde der Rückgang der Gewöhnlichen Delphine primär durch die Plünderung der Fischbestände aufgrund der industriellen Überfischung. OceanCare bündelt mit den Organisationen Tethys Research Institute, Delphis mdc und WDCS Deutschland die Kräfte, um vor Ischia und Kalamos zwei Schlüsselpopulationen zu retten, welche für das Überleben der Art im Mittelmeer wichtig sind.
Die Gebiete um die Inseln Ischia in Italien und Kalamos in Griechenland sind Refugien, in denen ein paar wenige Exemplare überlebt haben.
Vor Ischia konnten nur noch 99 Tiere beobachtet werden. OceanCare und Delphis mdc haben sich seit 2003 dafür eingesetzt, dass in den Gewässern nördlich von Ischia wichtige Nahrungs- und Fortpflanzungsgründe für Gewöhnliche Delphine geschützt werden. Mit Erfolg: 2008 hat die italienische Regierung eine entsprechende Schutzzone bewilligt, in welcher der kommerzielle Fischfang verboten wird und für den Schiffsverkehr spezielle Regeln gelten.
Noch dramatischer ist die Situation im Ionischen Meer. Bis in die späten 1990er Jahre konnte man Gewöhnliche Delphine um die griechische Insel Kalamos häufig beobachten. Damals lebten noch 150 Tiere; heute sind es nur noch 20. Der Rückgang des Gewöhnlichen Delphins innerhalb von nur zehn Jahren ist dramatisch. Hauptverantwortlich für den Kollaps dieses marinen Ökosystems ist die unkontrollierte und nicht nachhaltige Fischerei, die zu Überfischung und somit auch Nahrungsknappheit für marine Säuger führte. Man muss davon ausgehen, dass eine so kleine Population nicht mehr in der Lage ist, sich zu erholen und zu vermehren. 2009 sollen Vertreter der zahlreichen Küstenfischer-Verbände griechischer Inseln zu einem Workshop eingeladen werden. Die Küstenfischer, welche ebenfalls auf eine intakte Meeresökologie angewiesen sind, sollen mit Wissenschaftlern und Umweltschutzorganisationen aktiv im Schutz der Delphine und der Fischbestände zusammenarbeiten.
Viele Leute reisen im Sommer ans Mittelmeer. Wir möchten sie auf die prekäre Situation des Gewöhnlichen Delphins aufmerksam machen und Wege aufzeigen, wie sich jeder an der Rettungs-Aktion beteiligen kann, z.B. durch
- aktive Teilnahme an der Forschungsarbeit auf dem Mittelmeer
- Übernahme einer Delphin-Patenschaft zur Unterstützung des Schutzprojektes
Weitere Informationen:
» Poster zur aktuellen Situation des Gewöhnlichen Delphins in Kalamos
» Portrait über den Gewöhnlichen Delphin
» Das Verschwinden des Gewöhnlichen Delphins
» Projekt zum Schutz des Gewöhnlichen Delphins
» Forschungsreisen zum Gewöhnlichen Delphin
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